Thüringer Beschaffungsallianz - Fair und Nachhaltig
Dachkonstruktion aus Holz

Aktuelles von uns und anderen zur nachhaltigen Beschaffung

In weitere Rubriken Veranstaltungen/Termine, Pressemitteilungen und Medienspiegel für Sie untergliedert. 


5. Fachtag "Faire und nachhaltige Beschaffung" in Thüringen am 27. September 2017

Am 27. September wird der 5. Fachtag "Faire und nachhaltige Beschaffung" in Thüringen stattfinden. 

Der Verein „Zukunftsfähiges Thüringen e.V.“ und der Arbeitskreis „Faire und nachhaltige Beschaffung“ laden zum fünften Fachtag nach Erfurt ein. Diesjähriger Schwerpunkt ist die IT-Beschaffung.

1 1/2 Jahre nach Inkrafttreten der neuen gesetzlichen Regelungen bei der Vergabe in der Bundesrepublik, bei denen öffentlichen Behörden und Einrichtungen weitreichende Möglichkeiten zur Berücksichtigung ökologischer und sozialer Kriterien in ihren Beschaffungsprozessen eingeräumt wurden, ist es an der Zeit ein erstes Resümee zu ziehen.
Was hat sich wirklich verändert? Wie sieht die aktuelle Rechtsprechung aus? Welche Qualitätssiegel und Gütezeichen haben sind etabliert? Wie kommen die Unternehmen ihrer Verantwortung nach? Wo steht Thüringen bei der  Novellierung des Vergabegesetzes? Wie  kann die öffentliche Hand ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und wie kann sie ihre Marktmacht in diesem so wichtigen Thema umsetzen?

Wir stellen uns diesen schwierigen Fragen mit hochkarätigen Fachvorträgen, spannenden Workshops und einer Podiumsdiskussion, die die Frage zu beantworten sucht:
Kauft Thüringen fair und nachhaltig?

Bei Beschaffung von Informations- und Kommunikationstechnik stellen der hohe Komplexitätsgrad der Produkte sowie die extrem verschachtelten Lieferanten,  Produktionsstätten und Lieferwege eine große Herausforderung dar, wenn auf nachhaltige und sozial-verträgliche Kriterien geachtet werden soll.
Insbesondere bei den Workshops bietet der Fachtag den Teilnehmern Chancen, zu diesen Fragestellungen der praktischen Umsetzung Lösungsansätze aufzunehmen und sich untereinander auszutauschen.
Dies betrifft nicht nur die Seite der öffentlichen Auftraggeber sondern auch die der Unternehmen. Durch Einbeziehung von Nachhaltigkeitskriterien in die Produktion und/oder Logistik erzielen Unternehmen Wettbewerbsvorteile in Bieterverfahren. Eine solche strategische Ausrichtung verschafft ihnen nicht nur Imagegewinn.

Mit dem Fachtagsprogramm, das über die Grenzen von Thüringen schaut, richten wir uns an Kommunen, Unternehmen, Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen gleichermaßen. Einerseits können sich Entscheidungsträger über die Zusammenhänge, Grundlagen und Möglichkeiten von nachhaltiger Beschaffung und Produktion informieren, andererseits wird für die Handlungsebenen von Einkauf und Beschaffung der öffentlichen Hand sowie von Verkauf und Vertrieb in den Unternehmen dargestellt, das Beschaffungsprozesse so gestaltet werden können, dass sie sozialen und ökologischen Kriterien gerecht werden.

Eine Fachausstellung mit Standpräsentationen von regionalen und bundesweiten Akteuren sowie Unternehmen zu den Themen Nachhaltigkeit und ITK-Produkte/-Dienstleistungen runden die Veranstaltung ab. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an einer geführten Stadtrundfahrt durch die Fairtrade Town Erfurt unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit sowie einem Rundgang über die historische Krämerbrücke.

Nachhaltig Handeln fängt mit Umdenken an!

Holen Sie sich für Ihre Kommune, Ihr Unternehmen oder Ihren Bereich neue Denk- und Handlungsimpulse und kommen Sie zum 5. Fachtag, wir freuen uns auf Sie!

Veranstaltungsprogramm, Kontakt- und Anmeldungsinformationen sind hier (als PDF) verlinkt.

Sie können sich auch unmittelbar hier direkt über unsere Webseite anmelden


Marktdialog: Nachhaltige und sozial-verantwortliche Beschaffung - wie kann das gehen?

Die neue Thüringer Veranstaltungsreihe: Marktdialog - Nachhaltige und sozial-verantwortliche Beschaffung - wie kann das gehen? bringt Unternehmen und öffentliche Beschaffer in den Dialog

Zum Auftaktthema: „IT-Beschaffung, Produktgruppe Multifunktionsgeräte/Drucker“

laden wir am 20. Juni 2017 (Dienstag) von 9:30 - 13:00 Uhr nach Erfurt in die Begegnungsstätte „Kleine Synagoge“ ein.

Interessant für Beschaffungsstellen von Kommunen und Behörden die mit den Ausschreibungsprozessen (insbesondere IT) befasst sind
UND
Unternehmen der IT-Branche / Hersteller & Händler / IT-Systemhäuser mit Vertriebsausrichtung öffentliche Auftraggeber (für die angegebene Produktgruppe)

Als besonderer Experten-Input - ein Bericht nach einem Vor-Ort-Besuch von Produktionsstätten in Asien von Felix Elschner, EPSON Deutschland, Fachbereich öffentliche Auftraggeber:

"Realität trifft Vergaberecht" - Wie kann/ muss soziale Verantwortung der Hersteller belegbar gemacht werden? 

Ein spannender Auftakt für eine rege Diskussion und einen gegenseitigen Austausch in diesem wichtigen Thema.

Programm und weitere Infos -> Veranstaltungsprogramm, PDF -> zur Anmeldung


Vorschläge zur Novellierung des Thüringer Vergabegesetzes veröffentlicht

Die Vorschläge für ein neues Thüringer Tariftreue- und Vergabegesetz des Arbeitskreises "Faire und nachhaltige Beschaffung" in Thüringen wurden seit Ende 2016 gemeinschaftlich entwickelt, fanden in einem Abstimmungsverfahren innerhalb des Arbeitskreises Anfang März mehrheitlich Zustimmung und wurden jetzt dem für die Novellierung zuständigen Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Herrn Minister Tiefensee, übermittelt.

Entsprechend der Zielstellung des Arbeitskreises finden sich wesentliche Änderungen zur gegenwärtigen Fassung des Gesetzes im Bezug auf die verbindliche Festlegung zur Anwendung der sozialen und ökologischen Kriterien im Vergabeverfahren, insbesondere die Umstellung von den sg. "kann"- auf "soll"-Regelungen.
Weitere Aspekte sind die Reduzierung des sachlichen Geltungsbereiches von 20.000 € auf 5.000 € für Liefer- und Dienstleistungsverträge, die vorrangige Tariftreupflicht in Verbindung mit einem Bezug zu branchenspezifischen Mindestlöhnen, die erforderliche Berücksichtigung von Lebenszykluskosten sowie die Ermöglichung einer verstärkten Kontrolle der Einhaltung des Gesetzes durch eine Prüfstelle.

Die hier hinterlegten Vorschläge werden in einer Neufassung als Thüringer Tariftreue- und Vergabegesetz vorgestellt und enthalten zu jeder Änderung eine entsprechende Begründung und Verweise auf bestehende Rechtslagen in anderen Bundesländern.

Neben der Kenntnisgabe an das gesetzleitende TMWWDG wurden parallel die Thüringer Staatskanzlei und die Fraktionen des Thüringer Landtags angeschrieben. Hintergrund ist die in 2017 anstehende Novellierung des Vergabegesetzes und die Intension des Arbeitskreises sich in den Gesetztgebungsprozess aktiv einzubringen.
Wir würden es ausdrücklich begrüßen, wenn unsere Vorschläge im Rahmen der Beteiligung am Novellierungsprozess Berücksichtigung finden und so substanziell in Richtung der Weiterentwicklung der Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie wirken.

2016 hatten die Forderungen aus der Resolution von den Teilnehmern des 4. Fachtags "Faire und nachhaltige Beschaffung" in Thüringen, die im November an den Minsterpräsidenten übergeben worden war, zur Befassung im Arbeitskreis und Projekt geführt. Mit dem Beschluss des Thüringer Landtags vom 9.12.2016 und dem dort exemplarisch benannten Ziel, die faire und nachhaltige Beschaffung zu stärken, wird Legitimation und Auftrag gesehen, aktiv Vorschläge für die Novellierung des Thüringer Vergabegesetz mit den Vorgaben für eine nachhaltige Beschaffung zu entwickeln und hiermit vorzustellen.


5. Fachkonferenz für sozial verantwortliche IT-Beschaffung lädt nach Mainz ein

Die drei entwicklungspolitischen Landesnetzwerke in Rheinland-Pfalz (ELAN e.V.), Hessen (EPN e.V.) und Saarland (NES e.V.) sowie WEED e.V. laden Sie herzlich ein zur 5. Fachkonferenz für sozial verantwortliche IT-Beschaffung am 22. und 23. Mai 2017 im ZDF-Konferenzzentrum in Mainz.

Ausbeuterische Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen prägen die Produktion von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Es bestehen jedoch erste Ansätze unterschiedlicher AkteurInnen, die Wertschöpfungskette sozial verantwortlicher zu gestalten. Auch mehrere öffentliche Einrichtungen berücksichtigen bereits beim Einkauf ihrer IKT-Produkte soziale Kriterien.

Auf der Fachkonferenz treffen sich AkteurInnen des öffentlichen Beschaffungswesens, der Landes- und Kommunalpolitik, Nichtregierungsorganisationen, Kirchen und IT-Unternehmen. Sie tauschen sich über die Möglichkeiten der öffentlichen Hand zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der globalen IT-Industrie aus. Die Konferenz umfasst thematische Vorträge und praxisorientierte Workshops mit ReferentInnen aus dem In- und Ausland. Zudem werden aktuelle Ausschreibungen, die mit verschiedenen Ansätzen Sozialstandards berücksichtigen, vorgestellt.

Es erwarten Sie u.a. ExpertInnen von: Electronics Watch / TCO Development / Kompass Nachhaltigkeit / Queen Mary University of London / Bitkom / GIZ und viele mehr.

Informationsflyer und das Anmeldeformular finden Sie unter http://www.faire-beschaffung.de


Fach- und Netzwerktagung "Deutschland Fairgleicht - für ein faires kommunales Beschaffungswesen"

Gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) lädt die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt von Engagement Global erstmals zur Fach- und Netzwerktagung  „Deutschland Fairgleicht - für ein faires kommunales Beschaffungswesen“ ein.

Die Veranstaltung richtet sich an Expertinnen und Experten in der kommunalen Beschaffung aus Kommunen aller Größen. Dies können eigens bestellte Beschaffungsverantwortliche sein wie auch (Ober-)Bürgermeisterinnen und (Ober-)Bürgermeister persönlich. Die Teilnehmenden erwartet ein kurzweiliger und wertvoller Aufenthalt, auf dem Programm stehen

  • Fachvorträge zu wichtigen Themen der fairen Beschaffung
  • Podiumsdiskussion mit zentralen Akteuren
  • intensiver Praxisaustausch in Gruppen im World Café-Format  
  • Vorstellung von Best Practice-Beispielen aus Kommunen

Die Rahmendaten der Veranstaltung:

  • Thema: Status quo und Entwicklung der fairen kommunalen Beschaffung in Deutschland: Rechtsrahmen, gelebte Praxis, engagierte Kommunen.
  • Datum: 9. und 10. Mai 2017
  • Ort: Resort Mark Brandenburg, An der Seepromenade 120, D-16816 Neuruppin (Direktverbindung DB ab Berlin)
  • Beginn: ab 14 Uhr am 9. Mai, Ende am 10. Mai um 13.30 Uhr.
  • Vor und nach der Veranstaltung gibt es die Gelegenheit eines Mittagsimbisses.
  • Kosten: Alle Kosten für Tagungs-Teilnahme, Verpflegung inkl. Abendessen sowie Übernachtung im Einzelzimmer und Fahrtkosten werden vom Veranstalter übernommen.

Das Programm sowie Informationen zur Anfahrt und Anmeldung finden Sie hier
www.deutschland-fairgleicht.de/fach-und-netzwerktagung


Kostenfreie Überprüfung der kommunalen Vergabeunterlagen auf rechtskonforme Einbindung von sozialen Kriterien

Die Servicestelle der Kommunen in der Einen Welt (SKEW) bietet Kommunen an, ihre Vergabeunterlagen vor Veröffentlichung der Ausschreibung auf die rechtskonforme Einbindung sozialer Vergabekriterien prüfen zu lassen. Ganz gleich, ob es sich um die Beschaffung von Arbeitskleidung oder Pflastersteinen handelt - durch die Reform des deutschen Vergaberechts im Jahr 2016 haben sich die Möglichkeiten erweitert, soziale Kriterien im Beschaffungsprozess zu berücksichtigen.
Wie man diesen Service nutzen kann, steht -> hier.


"Innovation schafft Vorsprung" - BMWi und BME prämieren Sieger im Wettbewerb öffentlicher Auftraggeber

Quelle: BMWi/Susanne Eriksson

Der vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) initiierte Preis wurde zusammen mit dem Bundeswirtschaftsminiterium an die diesjährigen Wettbewerbssieger, die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsbetriebe, den Landschaftsverband Westfalen-Lippe und die Polizei Sachsen, verliehen.

Staatssekretär im BMWi, Beckmeyer: "Unsere Preisträger haben innovative Lösungen bei der Beschaffung entwickelt – nicht nur zum eigenen Vorteil, sondern auch zum Nutzen ihrer Kunden und Lieferanten. Aber auch mehr Klimaschutz, mehr Bürgernähe oder gesellschaftliche Nachhaltigkeit waren positive Folgen. Die öffentliche Hand kauft jährlich für rund 350 Milliarden Euro Produkte und Dienstleistungen ein. Hier liegt enormes Potential." 

Die Preisträger:

  • Duisburger Versorgungs- und Verkehrsbetriebe (DVV): Mit der Plattform zur Diskontierung von Lieferantenrechnungen hat der Einkauf der DVV eine Win-Win-Situation für das Unternehmen und für die Lieferanten geschaffen. 
  • Polizei Sachsen: Ziel der Polizei Sachsen war es, durch die dauerhafte Implementierung von Elektrofahrzeugen in den Fuhrpark die Klimaschutzziele der Bundesregierung bezüglich der Reduzierung von Schadstoffemissionen zu unterstützen
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL):  Unter Ausschöpfung der vergaberechtlichen Handlungsoptionen hat der LWL eine Beschaffungsstrategie entwickelt, die eine möglichst direkte Bevorzugung von Integrationsunternehmen vorsieht.

Mehr Infos unter: http://www.bme.de/1991/


Achte Runde des bundesweiten Wettbewerbs „Hauptstadt des Fairen Handels“ gestartet

Der von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) am 16. Januar 2017 gestartete bundesweite Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ geht dieses Jahr in die achte Runde.

Schirmherr ist der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller.

Aufgerufen sind alle Städte, Landkreise und Gemeinden, die sich vor Ort für den Fairen Handel einsetzen. In diesem Jahr gibt es für fünf Einzelprojekte jeweils 10.000 Euro Preisgeld sowie 200.000 Euro, die sich die fünf Hauptpreisträger dann teilen. Machen Sie mit! Informationen zum einfachen Verfahren der Bewerbung und den einzureichenden Unterlagen erhalten Sie hier (Seite von SKEW).

Als Aktivitäten können sowohl einzelne Aktionen oder Projekte, als auch kontinuierliche Maßnahmen, Leitbilder und Strategien eingereicht werden. Einsendeschluss: 7. Juli 2017 / Preisverleihung: 14. September 2017 in Saarbrücken.


Der Beitrag Thüringens zur Umsetzung der Agenda 2030 und des Weltklimavertrags

Plenarsitzung am 9. Dezember 2016 im Thüringer Landtag
Mit Annahme des Antrages der Fraktionen DIE LINKE, der SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstützt der Landtag die Ziele der Agenda 2030 sowie die Ziele der "Global Marshall Plan Initiative".

Der Freistaat Thüringen wird sich regional sowie länderübergreifend und auf der Ebene der europäischen Regionen für eine breite Unterstützung der Agenda 2030 einsetzen.

Der Landtag bildet einen parlamentarischen Beirat zur Nachhaltigen Entwicklung in Thüringen.

Der Landtag ersucht die Landesregierung in diesem Sinne, die Erarbeitung konkreter Maßnahmen und geeigneter Rahmenbedingungen zur Umsetzung der Agenda 2030 im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel zu forcieren und empfiehlt, ...

u.a. ...
"- Faire und nachhaltige Beschaffung und Eine-Welt-Zusammenarbeit sollen gestärkt werden, wobei hierfür das Thüringer Vergabegesetz und Zielvorgaben zu einer nachhaltigen Beschaffung des Landes fortgeschrieben werden. Der Arbeitskreis nachhaltige und faire Beschaffung in Thüringen wird neu belebt".
zum Beschlusstext (Drucksache 6/3201), der angenommen wurde

Protokoll der Redebeiträge zum Antrag (siehe Seiten 81 - 112 des Protokolls der 70. Planarsitzung) 


Neue Fasssung des Rechtswissenschaftlichen Gutachtens zum Fairen Beschaffungswesen erschienen

Das neue Rechtswissenschaftliche Gutachten "FAIRES BESCHAFFUNGSWESEN IN KOMMUNEN UND DIE KERNARBEITSNORMEN" ist in seiner 5. Fassung im Dezember 2016 erschienen.
Unter inhaltlicher Verantwortlichkeit von Dr. Stefan Wilhelmy und Redaktion von Michael Marwede (beide von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt) wurde das "Rechtswissenschaftliche Gutachten zur rechtlichen Bewertung der Einbeziehung von IAO-Kernarbeitsnormen in das Vergabeverfahren" von Prof. Dr. Jan Ziekow in broschürter Form innerhalb der Schriftenreihe Dialog Global (Nr. 42) veröffentlicht.
Den Link zum PDF-Dokument finden Sie in unserer Rubrik "Studien und Gutachten".


Netzwerkarbeit für eine nachhaltige und biobasierte öffentliche Beschaffung

Die Universität Würzburg entwickelt, gefördert vom BMEL über den FNR, in den kommenden drei Jahren eine interaktive Kommunikationsplattform, um den Austausch zwischen öffentlichen Auftraggebern und Anbietern biobasierter Produkte zu verbessern. Im ersten Schritt analysiert sie die beschaffungs- und vertriebsseitigen Abläufe und Probleme in diesem Bereich mittels empirischer Studien. Die Ergebnisse fließen in die Erstellung der Online-Kommunikationsplattform ein, auf der auch „Best Practice"- und „Lessons Learned"- Beispiele veröffentlicht werden..
Weitere Infos zum Projekt: www.fnr.de
Kontakt: Herr Prof. Dr. Bogaschewsky, Tel: 0931-3182936, E-Mail: boga(at)uni-wuerzburg.de


Kommunale Faire BeschafferInnen gesucht

Die Servicestelle Kommunen in der einen Welt (SKEW) will zukünftig Stelleninhaberinnen und Stelleninhaber in Kommunen unterstützen, in deren Stellenprofil explizit die „Faire Beschaffung“ genannt ist oder künftig enthalten sein soll. Auf dem Weg dahin oder zur Begleitung ist auch finanzielle Unterstützung möglich.

Zur Ermittlung konkreter Hilfs- und Unterstützungsangebote werden entsprechend kommunale Bedienstete zu einem Strategieworkshop eingeladen. Melden Sie sich bitte bei Interesse bei der SKEW an, wenn Sie an dem Workshop teilnehmen möchten. Mehr Informationen
Kontakt SKEW: Michael Marwede, Telefon 0228 20717-332 o.a.
E-Mail an: michael.marwede(at)engagement-global.de


Resolution zur fairen und nachhaltigen Beschaffung an Ministerpräsidenten übergeben

Die von den Teilnehmern des 4. Fachtags "Faire und nachhaltige Beschaffung" verabschiedete  Resolution wurde am 3.11. an den Ministerpräsidenten, Bodo Ramelow, übergeben.
Die am 26.10. in Nordhausen am Ende des Fachtags verfasste Resolution fordert die Landesregierung und das gesetzleitende Ministerium auf, bei der Neufassung des Thüringer Vergabegesetzes in 2017 faire und nachhaltige Kriterien verbindlich zu verankern.

Die Kernforderungen sind:

  • Umstellung der Formulierung von "Kann" auf "Soll" bei der Berücksichtigung von ökologischen und sozialen Kriterien im Vergabeverfahren (§4 des gegenwärtigen Gesetzes läßt die Nicht-Berücksichtgung und damit die Ausklammerung dieser Kriterien zu).
  • Der im Vergabegesetz benutzte Begriff "wirtschaftlichstes Angebot" muss unter Berücksichtigung von nachhaltigen Kriterien klarer als bisher gefasst und eine Einbeziehung von Lebenszykluskosten vorgegeben werden.
  • Der sachliche Geltungsbreich sollte von derzeit (ab) 20.000 € auf 5.000 € (für Liefer- und Dienstleistungsaufträge) reduziert werden (durch Absenkung der Wertgrenze könnte der Wirkungsbereich des Gesetzes auf fast 75% der öffentlichen Aufträge deutlich erhöht werden).
  • Für die verbindlich eingeforderten Kriterien sind Kontrollmechanismen zu definieren, um deren Einhaltung prüfbar zu machen. Eigenerklärungen der Bieter(unternehmen) sollten, da sie nicht prüfbar sind, für unzulässig erklärt werden.
  • Der Grundsatz der Sparsamkeit darf nicht im Widerspruch zu einer fairen und nachhaltigen Beschaffung stehen - muss auch so im Gesetz verankert werden.

Den genauen Wortlaut der Resolution der TeilnehmerInnen des 4. Fachtags "Faire und nachhaltige Beschaffung" in Thüringen vom 26. Oktober 2016 finden Sie hier.

Die Resolution wurde von Hans-Peter Perschke, Bürgermeister der Gemeinde Schlöben und Sprecher des Bürgermeisterdialogs, im Rahmen der einmal im Jahr mit dem Ministerpäsidenten stattfindenden gleichnamigen Gesprächsrunde, übergeben. Der Bürgermeisterdialog hatte sich im Jahr 2013 gegründet, um nachhaltiges Handeln im kommunalen Wirkungsbereich zu stärken und sich in den verschiedenen Handlungsebenen im Freistaat Thüringen in den Diskurs für eine zukunftsfähige Entwicklung einzubringen. Er arbeitet in enger Abstimmung mit dem Gemeinde- und Städtebund Thüringen und dem Beirat zur Nachhaltigen Entwicklung in Thüringen.


4. Fachtag „Faire und nachhaltige Beschaffung“ am 26.10.2016 endete mit Resolution

Teilnehmer am 4. Fachtag vor dem Bürgerhaus /Quelle: Stadt Nordhausen/
Teilnehmer am 4. Fachtag "Faire und nachhaltige Beschaffung" in Nordhausen

Die fast 100 Teilnehmer aus Kommunen, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft befassten sich zum 4. Fachtag „Faire und nachhaltige Beschaffung“ in Thüringen, der in Nordhausen stattfand, mit den Themen der Beschaffungspraxis, guten Beispielen aus anderen Bundesländern, Hemmnissen in der Vergabepraxis, wenn es um die Berücksichtigung von ökologischen, sozialen und nachhaltigen Kriterien geht, sowie diesbezüglichen Lösungsansätzen. Die gesamte Veranstaltung wurde professionell von Ralf-Uwe Beck moderiert.

Schon zur Eröffnung des Fachtages und im Verlauf der anregenden und repräsentativ besetzten Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass das Thema des Einkaufes von Bund, Ländern und Kommunen aber auch das persönliche Einkaufsverhalten mit den gegenwärtig drängenden globalen Problemlagen von Armut, Flucht und Vertreibung eng verquickt ist. Wenn Menschen für ihre Arbeit keinen existenzsichernden Lohn erhalten, einheimische Märkte in Afrika durch subventionierte Produkte aus der EU zerstört oder die Lebensbedingungen durch ökologische Schädigungen stark beeinträchtigt werden, müssen die betroffenen Menschen sich andere Überlebensmöglichkeiten suchen. Hier tragen wir alle Verantwortung.

Grundsätzlich muss Wirtschaftlichkeit beim Einkauf anders gedacht werden, sagte Prof. Wesselak von der Hochschule Nordhausen und Mitglied des Beirates zur nachhaltigen Entwicklung in Thüringen, der die Landesregierung berät. Der billigste Preis sagt wenig über die externen Kosten eines Produktes aus. So müssen bei der Vergabe von Aufträgen der öffentlichen Hand in Zukunft die Kosten über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes Berücksichtigung finden (Energie- und Ressourcenverbrauchverbrauch, Reparaturanfälligkeit) und soziale Mindeststandards bei der Herstellung eingehalten werden.

Ein Schwerpunkt in der Podiumsdiskussion am Vormittag war die bevorstehende Novellierung des Thüringer Vergabegesetzes. Die wesentlichen Punkte, die in den gesetzlichen Rahmenbedingungen verändert werden sollten wurden angesprochen und diskutiert.
Insbesondere waren sich das Podium und alle Fachtagsteilnehmer (die lebhafte Diskussion aus dem Publikum bestätigte dies) darüber einig, dass die Berücksichtigung ökologischer und sozialer Kriterien im Vergabeverfahren von einer gegenwärtig im Gesetz formulierten „Kann“ auf eine „Soll“-Bestimmung umgestellt werden muss.
Darüber hinaus wurde herausgearbeitet, dass die Kontrollmöglichkeiten zur Einhaltung dieser  Kriterien für die Beschaffungsseite besser zu definieren sind. Des Weiteren wird angeregt, die derzeitige Anwendungsgrenze des Gesetzes von 20.000 € auf 5.000 € zu senken, um so die Wirkung deutlich zu erhöhen und damit über 75% aller öffentlichen Ausschreibungen bzw. Einkäufe zu erfassen.

Das Schwerpunktthema des diesjährigen Fachtags, die Produktgruppe Textilien, wurde insbesondere in den Workshops, die am Nachmittag stattfanden, vertieft. Die Teilnehmer konnten zwischen Vergabevorbereitung, Beschaffungs- und Logistikmanagement sowie Standards, Siegel und Nachweise wählen, sich so detaillierte Fachinformationen verschaffen und in Erfahrungsaustausch treten.

Der Fachtag wurde mit einem Markt der fairen Möglichkeiten (Standpräsentationen u.a. von Engagement Global, der Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung, dem Umweltbundesamt, dem Weltladen und der Hochschule aus Nordhausen sowie der Stadtverwaltung Erfurt) begleitet. Ein besonderes Highlight der Mittagspause war die halbstündige Faire Modenschau von Kindern und Jugendlichen, die ökologisch zertifizierte Kleidung aus Thüringer Handels- und Produktionsstätten sowie Berufsbekleidung, gefertigt unter Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen, vorführten. Das regionale, bio und faire Catering wurde vom Studierenden Werk Thüringen ausgerichtet – sehr lecker, fanden die Teilnehmer.

Mit einer Resolution zur Berücksichtigung fairer und nachhaltiger Aspekte bei der Neugestaltung des Thüringer Vergabegesetzes endete der 4. Fachtag . Die mit überwältigender Mehrheit verabschiedete Resolution soll an die Thüringer Landesregierung und an das zuständige federführende Ministerium übergeben werden.

Der 4. Fachtag beteiligte sich am bundesweiten Aktionstag „Blauer Engel“.
Die Veranstaltung wurde klimaneutral zertifiziert.

In unserer Rubrik "Veranstaltungsnachlese" finden Sie die Impulsvorträge sowie die Beiträge zu den Workshops.


4. Fachtag "Faire und nachhaltige Beschaffung" in Thüringen am 26. Oktober

Am 26. Oktober wird der 4. Fachtag "Faire und nachhaltige Beschaffung" in Thüringen stattfinden. 

Der Verein „Zukunftsfähiges Thüringen e.V.“ und der Arbeitskreis „Faire und nachhaltige Beschaffung“ laden zum diesjährigen Fachtag nach Nordhausen ein. In diesem Jahr steht die Produktgruppe Textilien besonders im Fokus.        
Neue gesetzliche Regelungen bei der Vergabe haben öffentlichen Behörden und Einrichtungen weitreichende Möglichkeiten eingeräumt, um ökologische und soziale Kriterien in ihren Beschaffungsprozessen zu berücksichtigen. Sie spielen durch ihre Marktmacht und Vorbildfunktion eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung dieser Kriterien und können wesentliche Impulse für eine ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltige Entwicklung auslösen.          
Unternehmen haben zunehmend durch Einbeziehung von Nachhaltigkeitskriterien in die Produktion und/oder Logistik Wettbewerbsvorteile in Bieterverfahren und eine diesbezügliche strategische Ausrichtung verschafft nicht nur Imagegewinn.

Mit interessanten Fachvorträgen, einer spannenden Podiumsdiskussion, die über die Grenzen von Thüringen schaut, und attraktiven Workshops richten wir uns an Kommunen, Unternehmen, Behörden und zivilgesellschaftliche Organisationen gleichermaßen. Einerseits können sich Entscheidungsträger über die Zusammenhänge, Grundlagen und Möglichkeiten von nachhaltiger Beschaffung und Produktion informieren, andererseits wird für die Handlungsebenen von Einkauf und Beschaffung der öffentlichen Hand sowie von Verkauf und Vertrieb in den Unternehmen dargestellt, das Beschaffungsprozesse so gestaltet werden können, dass sie sozialen und ökologischen Kriterien gerecht werden.

Ein Markt der fairen Möglichkeiten mit Standpräsentation von regionalen und bundesweiten Akteuren zum Themenbereich Nachhaltigkeit, eine faire Modenschau sowie die Möglichkeit miteinander ins Gespräch zu kommen, runden die Veranstaltung ab. Nachhaltig Handeln fängt mit Umdenken an!

Holen Sie sich für Ihre Kommune, Ihr Unternehmen oder Ihren Bereich neue Denk- und Handlungsimpulse und kommen Sie zum 4. Fachtag, wir freuen uns auf Sie! Hier haben Sie die Möglichkeit sich anzumelden.


Erster „Aktionstag Blauer Engel“ am 25. Oktober 2016

Das Bundesumweltministerium, Umweltbundesamt, Jury Umweltzeichen und die RAL gGmbH rufen am 25. Oktober 2016 erstmals zum „Aktionstag Blauer Engel“ auf.

Engagierten Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wird eine Plattform geboten, um gemeinsam das Bewusstsein für das Thema nachhaltiger Konsum in der Öffentlichkeit zu steigern und die Rolle des Blauen Engel als praktischen Wegweiser beim Einkauf zu unterstreichen. Der jährlich wiederkehrende Aktionstag ermöglicht eine langfristige Planung und Kooperation der Teilnehmenden, insbesondere für das 40-jährige Jubiläum des Umweltzeichens im Jahr 2018.

Mehr Informationen zum Aktionstag und wie Sie sich einbringen können, finden Sie hier.
Unser Projekt, die "Thüringer Beschaffungsallianz - fair und nachhaltig" beteiligt sich am Aktionstag mit dem 4. Fachtag "Faire und nachhaltige Beschaffung" in Nordhausen am 26. Oktober.


Die faire Woche 2016 vom 16. bis 30. September

... mit über 2000 Veranstaltungen in ganz Deutschland.

"Die „Faire Woche“ findet 2016 bereits zum 15. Mal statt. Sie ist die größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland: über 2.000 Veranstaltungen von Weltläden, Supermärkten, Schulen, gastronomischen Betrieben, kirchlichen Akteuren, Fairtrade-Towns-Initiativen, Einrichtungen der Verbraucherberatung und vielen weiteren Organisationen bieten Ihnen die Möglichkeit, den Fairen Handel kennen zu lernen." (aus dem Grußwort des Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Herr Dr. Gerd Müller, der die Schirmherrschaft übernommen hat)
-> zur Homepage und Veranstaltungsübersicht: https://www.faire-woche.de


EU-Umweltzeichen: Neue Kriterien für nachhaltige Computer, Möbel und Schuhe

(17.08.16) Die Europäische Kommission hat die Kriterien überarbeitet, nach denen sich Computer, Möbel und Schuhe mit dem EU-Umweltzeichen schmücken können. Das Label bescheinigt sowohl die Umweltfreundlichkeit von Produkten als auch die Einhaltung von Sicherheits- und Sozialstandards bei ihrer Herstellung.
Zur Meldung (externer Link europa.eu) Hintergrundinfos zum EU Ecolabel in Deutschland


Leitfaden für nachhaltige Textilbeschaffung - Vorstellung und Fachgespräch in Berlin am 29.09.2016

Das Umweltbundesamt stellt am 29. September in Berlin im Rahmen eines Fachgesprächs "Nachhaltige Textilbeschaffung des Bundes - Leitfaden und Stufenplan bis 2020" selbigen vor.

Der "Leitfaden für nachhaltige Textilbeschaffung" geht auf folgende (im Aufgabenbereich zentralen Beschaffungsstellen des Bundes liegende) textile Produktgruppen ein:

  • Bekleidungstextilien (mit und ohne Kunststofffaseranteil) inkl. Wäscheartikel,
  • Artikel aus Leder/mit Lederanteil (Schuhe, Taschen, Rucksäcke, Lederhandschuhe),
  • Tisch- und Frottierwaren,
  • Bettwaren und Matratzenschoner,
  • Matratzen,
  • gepolsterte Sitzmöbel (Bürodreh-, Besucher- und Besprechungsstühle mit textilen Bezugsstoffen, Sessel und Sofas in Empfangsbereichen) sowie Gardinen,
  • Flaggen/Fahnen,
  • gewebte und gestickte Abzeichen und
  • Hygienetextilien (Wisch- und Reinigungstücher)

Weitere Informationen finden Sie hier (externer Link zur UBA-Seite).


2. Fachtagung zur nachhaltigen Beschaffung vom TMIL am 14.09.

Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft führt am 14.09.2016 in der Messe Erfurt unter Beteiligung der "Thüringer Beschaffungsallianz - fair und nachhaltig" seine 2. Fachtagung zur nachhaltigen Beschaffung durch. Diesmal sind neben der öffentlichen Hand auch Unternehmen des Freistaates angesprochen.

Mit der Veranstaltung wird zu den umweltpolitischen Zusammenhängen, zu den Grundlagen und Möglichkeiten einer nachhaltigen Beschaffung, zu nachhaltigen Produkten, zu bereits umgesetzten Konzepten in der Praxis und zu Firmenphilosophien von Anbietern Nachhaltiger Produkte informiert. Eine Produktschau rundet die Veranstaltung ab.

Bei den Standpräsentationen wird auch unser Projekt "Thüringer Beschaffungsallianz - fair und nachhaltig" vertreten sein.

Das Programm und die Anmeldeformalitäten finden Sie in unserer Rubrik Veranstaltungen.
Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.

Programm zum 5. Fachtag am 27. September in Erfurt
Vorschläge des Arbeitskreises zur Novellierung des Thüringer Vergabegesetzes
Kompakte Informationen zum Projekt als 6-seitiger Flyer (gern zum Download und weiterverteilen - Danke)
Resolution der Teilnehmer am 4. Fachtag "Faire und nachhaltige Beschaffung" 2016